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Der Kampf gegen die Uhr und den inneren Schweinehund

Stundenrennen – vor allem die über 24 Stunden - können eine einsame Angelegenheit sein. Du und dein innerer Schweinehund, ihr fahrt gemeinsam durch die Nacht und dreht Runde um Runde auf einem immer gleich bleibenden Kurs. Aber die Stundenrennen können auch zum unvergesslichen Teamerlebnis werden. Sowohl innerhalb eines mehrköpfigen Fahrerteams als auch zwischen den Fahrern und ihren Betreuern. Denn alle leiden mit- und füreinander – und freuen sich am Ende über die hart erkämpften Erfolge. Stundenrennen sind etwas ganz Besonderes, und genau deshalb wollen wir sie dir in diesem Beitrag näherbringen. Denn wer ihnen einmal verfallen ist, den lassen sie so schnell nicht mehr los…

Stundenrennen, bei denen es gilt, in einer vorgegebenen Zeitspanne eine möglichst große Strecke zurückzulegen, kommen in vielen verschiedenen Formen daher. Es gibt Rennen von zwei, drei, sechs, zwölf und 24 Stunden Länge. Du kannst diese Rennen als Solofahrer, aber auch im Zweier-, Vierer- oder Sechser-Team fahren. In diesem Beitrag werden wir uns auf die 12- und 24-Stunden-Rennen konzentrieren, da diese besondere Anforderungen an die langfristige Vorbereitung, die Organisation der Rennteilnahme und an die Rennstrategie stellen.

In unserem Team toMotion Racing by black tusk haben wir gleich mehreren Teammitglieder, die bei 12- und 24-Stunden-Rennen als Solofahrer/innen höchst erfolgreich waren und sind. Andrea Potratz, unsere Teamchefin, wurde 2008 und 2009 zweimal Weltmeisterin im 12-Stunden-MTB. Mit Anja Knaub haben wir eine weitere Welt- und Europameisterin in unserem Team: sie wurde 2016 12-Stunden-Weltmeisterin und verteidigte von 2014 bis 2016 dreimal in Folge den 12-Stunden-Europameistertitel. Zum Abschluss ihrer erfolgreichen Karriere gewann sie 2017 ihr Heimrennen, das 24-Stunden-Rennen im Olympiapark München.

 

Anja Knaub bei der 12-Stunden-WM im Jahr 2016

Auch Daniel Bürgin ist dem Stundenrennen-Virus verfallen. Seitdem er 2016 begann, nach einem toMotion-Trainingsplan zu trainieren und sich dabei zunächst das „Überleben bei einem 12-Stunden-Rennen“ vorgenommen hatte, hat er inzwischen sieben Mal als Solo-Fahrer an 12- und 24-Stunden-Rennen teilgenommen, wurde 2017 bei der 12-Stunden-WM Vierter seiner AK und stand 2019 als AK-Sieger des Velofondo 24h-Rennens in Oschersleben erstmals ganz oben auf dem Podium. Weitere bekennende Fans von Stundenrennen sind unter anderem Sascha Strauß, Sascha Ernst, Christian Ludewig und Volker Schuboth.

 

Daniel Bürgin im Jahr 2019 bei den 24-Stunden-Rennen am Alfsee und in Schötz

Nicht alle Fahrer sind als Solofahrer unterwegs. Andrea, Anja und Daniel waren bzw. sind bei diesen Rennen in der Regel Einzelkämpfer. Doch die Stundenrennen bieten auch die Möglichkeit, im 2er, 4er oder 6er-Team anzutreten und die Rennleistung auf mehrere Fahrer/innen aufzuteilen. Auch hier konnte das Team toMotion Racing by black tusk bereits große Erfolge verbuchen: im Jahr 2017 erkämpfte sich das toMotion Nachwuchs Team TNT den 12-Stunden-Europameistertitel im 6er-Team, während Anja Knaub, Dennis Hussner, Achim Schmidt und Andreas Mohn Vize-Europameister im Vierer-Team wurden. Im vergangenen Jahr holten sich Sven Rothfuß und Christian Ludewig den 12h-Vize-Europameistertitel im Zweier-Team, 2017 hatten sie sich bereits den 2. Platz bei der 12h-WM gesichert.

 

Sieg für das TNT-Team bei der 12-h-EM 2017 in Diessen...                    ... und Platz zwei für das 4er-Team von toMotion

Christian Ludewig und Sven Rothfuß wurden 2019 12h-Vize-Europameister 

Planst du die Teilnahme an einem langen Stundenrennen, solltest du dich frühzeitig darauf vorbereiten. Das Training für die Langstreckenrennen, wo bei 12-Stunden-Rennen mehr als 200 Kilometer und 3500 bis 4000 Höhenmeter zusammenkommen können, beginnt bereits im Winter mit einem gezielten Grundlagenausdauer-Training. toMotion-Trainerin Andrea Potratz sagt dazu: „Die Vorbereitung hängt davon ab, ob man als Solofahrer oder im Team an den Start geht. Bei Einzelstartern sieht das Training ähnlich aus wie für lange Marathons. Viel Grundlagenausdauer, lange Einheiten und auch Krafttraining. Im 6er- oder 8er-Team ähnelt das Rennen eher einer CC-Belastung, aber natürlich über einen langen Zeitraum und mit Pausen. Da braucht es in der Vorbereitung schon einige intensive Einheiten, aber natürlich auch Grundlagentraining, um auch nach 20 Stunden noch eine schnelle Runde hinzubekommen und nicht nur in den ersten vier Stunden.“ Daniel Bürgin, der bei seinem 24-Stunden-Rennen in Schötz 450 Kilometer und mehr als 6400 Höhenmeter zurücklegte und sich mittlerweile auf die 24h-Rennen spezialisiert hat, fügt hinzu: „Die letzten drei Jahre Radtraining zielten bei mir hauptsächlich darauf, meinen Fettstoffwechsel für solche Rennen zu trainieren. Erreicht habe ich das durch viel Fettstoffwechsel-Training sowie eine Ernährungsumstellung mit reduziertem Kohlenhydratanteil. Dennoch, bereit für sowas fühle ich mich nie… J“.

In puncto Vorbereitung kannst du dir professionelle Unterstützung holen. Anja und Daniel trainieren beide nach einem Trainingsplan der toMotion GmbH und auch die toMotion-Ernährungsberatung hat Daniel bei der Umstellung seines Stoffwechsels wertvolle Hilfe geleistet. „Es ist wirklich sinnvoll, eine Trainerin an der Seite zu haben, die auch auf die nötigen Regenerationsphasen achtet. Denn viel hilft nicht immer viel“, bewertet Anja, die sich  mit vielen langen Trainingseinheiten, etlichen Langstrecken-Marathons, aber auch intensiven Trainingsblöcken mit Intervallen sowie mit Fahrtechniktraining auf ihre Stundenrennen vorbereitet hat, im Rückblick. Auch das Life Kinetik- und Visualtraining, für das Anja Knaub selbst die Expertin ist, hat einen entscheidenden Beitrag zu ihren Erfolgen geleistet.

Die Ausstattung beim Rennen sollte gut durchdacht sein. Am besten reist du mit einem oder mehreren Betreuern an - aber dazu später mehr. Mitnehmen solltest du ein Ersatzbike, Ersatzteile und Werkzeug, bei schlechtem Wetter einen Gartenschlauch oder zumindest eine Gießkanne, um das Bike zu säubern, passende Kleidung für alle Eventualitäten (ggf. regnet es während des Rennens und Achtung: nachts kann es ungemütlich kalt werden), genügend Wechselkleidung sowie gute Verpflegung.  Zum Thema Verpflegung hat Anja folgende Tipps: „Die Ernährung spielt an so einem Tag eine große Rolle. Im Training habe ich immer ausprobiert, was ich am besten vertrage und was ich über 12 oder 24 Stunden gerne essen möchte. Trotzdem gibt es immer Überraschungen, denn meistens rebelliert der Magen dann doch irgendwann oder es gibt Momente, wo man zu wenig isst oder manchmal zu viel. Für diesen Fall hatte ich immer etwas für den Magen dabei und mein Team hat aufgepasst, dass ich auch genügend trinke. Die Produkte unserer Partner Sponser, Panaceo und Fitrabbit kann ich wirklich sehr empfehlen. Ansonsten habe ich vor allem Pfannkuchen und normale Haferriegel gegessen.“

Auch das Thema „Zweitbike“ ist Anja wichtig: „Da ich 2015 die WM in Führung liegend abbrechen musste, weil meine Schaltung wegen des Matsches ständig Probleme machte und am Ende gar nichts mehr ging, war für mich klar: nie mehr ohne Zweitrad. Bestenfalls ist im Betreuerteam jemand, der Räder reparieren kann. Mein Team 2016 war dann perfekt. Bei meinem WM-Titel haben damals der Wechsel auf das Zweitrad und der ständige Service den Unterschied gemacht.“

In puncto Rennstrategie hat Cheftrainerin Andrea folgende Tipps: „Am Anfang nicht überziehen, damit die Power bis zum Ende reicht. Möglichst konstant fahren. Regelmäßig ernähren, auch mit normaler Ernährung, damit der Magen auch so lange mitmacht. Das Rennen gut vorbereiten und ein gutes Betreuerteam mitnehmen.“

Denn ein weiterer entscheidender Faktor sind die Betreuer. Ein langes Stundenrennen ohne Betreuung ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Bei 24-Stunden-Rennen ist es sinnvoll, wenn sich die Betreuer abwechseln können – da sie nicht ständig in Aktion sind, ist es für sie nämlich fast noch schwieriger als für den Fahrer, wach und präsent zu bleiben. Die Betreuer sind nicht nur dafür zuständig, ihren Schützling regelmäßig mit Getränken und Nahrung zu versorgen. Sie halten bei Bedarf auch Wechselkleidung bereit, reinigen und/oder reparieren das Bike, massieren vielleicht die schmerzenden Beine und sie leisten unschätzbar wertvolle psychische Unterstützung. „Bei meinen Erfolgen war es für mich mental auch entscheidend, Menschen an meiner Seite zu haben, die gut auf meine Gefühlslagen eingehen und mich durch Krisen begleiten konnten“, verrät Anja.

   

Dass die Psyche im Rennen eine entscheidende Rolle spielt, weiß auch Daniel. „Wer an den Start geht mit dem Motto „sich 24h durchzubeißen“ wird scheitern.  Deshalb setze ich mir immer Teilzeile, die ich nach und nach abarbeite:

  • Nach sechs Stunden kommt meine Familie an die Strecke, soweit möchte ich kommen.
  • Nach weiteren zwei Stunden ist Boxenstopp für die Lichtmontage, diese kleine Pause möchte ich noch schaffen.
  • Nach zehn Stunden ist es dunkel - ach so, ein paar Runden im Dunkeln möchte ich noch mitnehmen.
  • Um Mitternacht gibt´s ein leckeres Redbull.
  • Wenn es dann wieder hell wird, ist es nicht mehr lang.

So hangle ich mich durch das 24h-Rennen, immer ein erreichbares Ziel „für den Kopf“ vor Augen. Nicht drüber nachdenken, wie weit es noch ist, sondern den Fokus darauf, was man schon geschafft hat und was als nächster Meilenstein vor einem liegt.“  

 

Daniel 2019 beim 24h-Rennen rund um den Alfsee

In einem solchen Rennen durchlebt jeder Fahrer Stärke- und Schwächephasen – allein schon aufgrund des eigenen Biorhythmus. Entscheidend ist, die Schwächephasen durchzustehen in dem Bewusstsein, dass das nächste Hoch schon auf einen wartet. Ein Tipp von Andrea lautet: „Speziell die 24h Rennen werden in der Nacht gewonnen. Keine Pausen als Einzelstarter und man ist schon ganz weit vorne.“. Auch Anja ist mit dieser Strategie gut gefahren: „Pausen im Rennen waren für mich nie gut. Ich bin meine Rennen immer durchgefahren. Aber das muss jede/r für sich selbst herausfinden.“

Auf die Frage, welches sein Lieblings-24h-Rennen ist, antwortet Daniel: „Ich nenne es die Königin der 24h Rennen: die 24h von Finale Ligure. 95 % Trails, giftige Anstiege, Le Mans Start am Strand, Meeresluft und ein einzigartiges Küstenpanorama machen dieses Rennen zum schönsten aber auch zu einem der anspruchsvollsten in Europa. Ein echter Ultrafahrer lässt sich hier zum Ritter schlagen!“ Alle, die selbst einmal an dem Abenteuer 24-Stunden-Rennen schnuppern möchten, finden auf Daniels Homepage eine umfassende Liste solcher Rennen: Link zu Daniels Homepage

Anjas Lieblingsrennen ist die 12-Stunden-Europameisterschaft in Diessen (die 12-Stunden-WM in Weilheim gibt es leider nicht mehr). In der kommenden Saison wird die 12-Stunden-EM in Diessen für toMotion Racing by black tusk als Teamrennen ausgeschrieben und eine Teambetreuung von der toMotion-Zentrale in Lindau organisiert. Wenn du Lust bekommen hast, dich erstmals selbst an einem 12-Stunden-Rennen auszuprobieren, dann ist dies die optimale Gelegenheit. Wenn du möchtest, kannst du auch als Teil eines mehrköpfigen Teams starten. Sprich doch einfach mal mit Andrea darüber, sie kann dir gegebenenfalls auch Teampartner vermitteln: (Kontaktdaten).

Zum Abschluss fragen wir noch unsere drei Experten, was für sie den Reiz der 12- und 24-Stunden-Rennen ausmacht:

Andrea:

„Bei den langen Rennen kann man sich gerade als Einzelfahrer/in in Trance fahren. Da man die Strecke ja nach kurzer Zeit kennt, kann man versuchen, immer an derselben Stelle zu schalten, dieselben Gänge zu fahren, etc. Wenn man das hinbekommt, dann weiß man, dass man seine Geschwindigkeit konstant hält und da kommt man dann schon in einen Flow. ;-)“

Daniel:

„Egal wie oft man im Startblock eines 24h Rennens gestanden ist, das was vor einem liegt, scheint physisch wie psychisch einfach nicht greifbar, surreal. Ein großes Abenteuer liegt vor einem, der Ausgang ungewiss. Diese Rennen sind unberechenbar, das Ziel selten greifbar und die Opfer, die es in solchen Rennen gibt, nicht zu übersehen.“

Anja:

„Der Reiz ist für mich, meine Fähigkeiten voll einzusetzen und dann Runde für Runde und Stunde für Stunde das Potenzial voll abzurufen, eigene Krisen zu überwinden und am Ende ein unbeschreibliches Gefühl zu haben – es einfach geschafft zu haben.“

   

Anja Knaub                                                    Andrea Potratz                                              Daniel Bürgin


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Am Dienstag stand das deutsche Jugend-Skibergsteiger-Team für das Staffelrennen noch einmal an der Startlinie. Mit der Disziplin „Mixed Relay“ beendete das Skimo Team Germany eine sehr erfolgreiche Skibergsteiger (Englisch: Ski Mountaineering)-Premiere auf der Olympia-Bühne. Antonia Niedermaier, Franz Eder, Sophia Wessling und Finn Hösch gingen in dieser Reihenfolge nacheinander auf die Piste und hatten jeweils eine Strecke von 2,4 Kilometern mit 145 Höhenmetern zu bewältigen. Das Rennen beinhaltete auch einen kurzen Abschnitt, bei dem die Ski abgenommen und auf den Rucksack geschnallt werden mussten.

Die jungen Deutschen hielten in dem elf Nationen umfassenden Starterfeld sehr gut mit und sicherten sich mit einer Gesamtzeit von 39:04 Minuten Rang fünf. Die Skimo-Trainer sind sehr zufrieden mit dem Abschneiden der vier jungen Sportlerinnen und Sportler und hoffen, dass das Skibergsteigen künftig auch in die Liste der Sportarten für die „großen“ Olympischen Winterspiele aufgenommen wird.

Auch toMotion-Trainerin Andrea Potratz ist sehr angetan von den Leistungen, die Sophia Wessling in Lausanne gezeigt hat. „Mit drei Top-Ten-Platzierungen in drei Wettkämpfen können wir mehr als zufrieden sein. Vor allem angesichts der Tatsache, dass Sophia erst vor wenigen Monaten mit einem gezielten Training nach einem professionellen Trainingsplan begonnen hat. In ihr schlummert wirklich ein riesiges Potenzial!“ Für die Lindauer Schülerin sind die Wettkämpfe bei den Olympischen Jugendspiele 2020 damit beendet und sie kehrt heute zufrieden und stolz nach Hause zurück.

Sophia Wessling (links) mit Bundestrainer Thomas Bösl und Teamkollegin Antonia Niedermaier


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In ihrem zweiten olympischen Wettkampf konnte sich die Lindauer Skibergsteigerin Sophia Wessling noch einmal steigern. Auf der nur 1600 Meter langen Strecke des Sprintrennens bewältigte sie den Vorlauf ohne Probleme und erkämpfte sich beim darauffolgenden Viertelfinale sogar Platz zwei. Im Halbfinale hatte sie dann jedoch mit einem Rückstand von 1,7 Sekunden auf die Chinesin Suolang Quzhen das Nachsehen und verpasste mit ihrer Zeit von 3:30.61 Minuten als Vierte den Finallauf um Haaresbreite. Damit erreichte die junge Deutsche einen sehr guten siebten Platz in dem 24-köpfigen Teilnehmerfeld.  

Ihre Teamkollegin Antonia Niedermeier schied ebenso wie Franz Eder im Viertelfinale aus. Finn Hösch wurde ebenso wie Sophia Wessling in seinem Viertelfinallauf Zweiter und auch für ihn war im Halbfinale mit Platz vier Endstation. Am heutigen Dienstag werden die vier deutschen Skibergsteiger noch in der Mixed-Staffel starten.


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Skibergsteigerin Sophia Wessling lief im Individual unter die Top Ten

Bereits am Auftakt-Tag der Olympischen Jugend-Winterspiele im schweizerischen Lausanne standen die ersten Rennen der neuen olympischen Disziplin Skibergsteigen auf dem Programm. Gemeinsam mit ihrer Teamkollegin Antonia Niedermaier vertrat die 16-jährige Lindauerin Sophia Wessling am vergangenen Freitag Deutschland beim Individual-Wettkampf der Damen. Das Starterfeld bestand aus 24 jungen Athletinnen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Mit 7,2 Kilometern und insgesamt 840 Höhenmetern handelte es sich bei dem olympischen Wettkampf um ein verhältnismäßig kurzes Rennen, dessen Abfahrten auf einer präparierten Piste zudem nur einen geringen technischen Anspruch boten.

Sophia Wessling lief ein gutes Rennen und überquerte nach 1:06:21 Stunden als Zehnte die Ziellinie. „Das war ein tolles Olympia-Debut“, freute sich Andrea Potratz, die Lindauer Ausdauer-Trainerin der jungen Athletin, die das Auftaktrennen ihres Schützlings vor Ort beobachtete. „Sophia betreibt das Skibergsteigen ja erst seit rund einem Jahr intensiv als Leistungssport und erst seit sechs Monaten mit einer professionellen Trainingsplanung, und somit sind wir mit ihrer Top-Ten-Platzierung mehr als zufrieden. Zumal ihr längere Rennen mit einem hohen technischen Anspruch mehr liegen.“ Insgesamt erreichte die deutsche Mannschaft bei den Individual-Rennen drei Top-Ten-Platzierungen: Antonia Niedermaier (6. Platz Damen), Sophia Wessling (10. Platz Damen), Finn Hösch (9. Platz Herren).

Am Montag, den 13. Januar startet Sophia Wessling beim Sprintrennen im Damen Einzel und am Folgetag wird sie ihre erste Olympia-Teilnahme mit einem Einsatz in der Mixed-Staffel des deutschen Teams beenden.


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                                                                                                                                                                                     Foto von Moritz Hesener

Seit dem letzten Wochenende ist es amtlich – Sophia Wessling wird im Januar 2020 an den Olympischen Winter-Jugendspielen in Lausanne teilnehmen. In einem internen DAV-Qualifikationsrennen sicherte sich die Skibergsteigerin am vergangenen Samstag einen Platz im vierköpfigen DAV-Kader.

Insgesamt sind je zwei Athletinnen und Athleten im Alter von 15 bis 17 Jahren für die Olympischen Jugendspiele nominiert. Sophia Wessling wird in einer 24-köpfigen Damenkonkurrenz starten, deren Athletinnen größtenteils aus Europa, jedoch auch aus den USA, Kanada, Russland, dem Iran, China und Südkorea stammen. Einige ihrer Konkurrentinnen kennt sie bereits von der Weltmeisterschaft im vergangenen Frühjahr. Die Olympischen Jugendspiele 2020 finden vom 9. bis 22. Januar in Lausanne in der Schweiz statt. Die Wettkämpfe im Skibergsteigen werden in den Disziplinen Individual und Sprint am 10. und 13.1. (jeweils ab 10.30 Uhr) ausgetragen.

   

                                                                                                                                      Fotos von Moritz Hesener

Mit ihrer Nominierung hat die 16-jährige Lindauerin ein wichtiges Etappenziel erreicht: nun hat sie Gewissheit über ihre Teilnahme und kann sich gezielt auf ihren Saisonhöhepunkt vorbereiten. Federführend ist dabei Andrea Potratz vom Lindauer Trainingsspezialisten toMotion GmbH, die Sophia mit einem individuellen Trainingsplan betreut. Nach einem umfangreichen Grundlagenausdauertraining in der Saisonvorbereitung konzentriert sich das Training der Skibergsteigerin derzeit auf intensive Intervall-Einheiten und Sprints, um die Maximalleistung zu erhöhen und eine Wettkampfbelastung zu simulieren. Neben Bergläufen und Krafttraining trainiert sie mittlerweile sehr viel auf Ski. Ihr Trainingsumfang hat sich kurz vor Beginn der Wettkampfsaison auf sieben bis acht Wochenstunden reduziert, die Trainingsintensität hingegen gesteigert. Die junge Lindauerin ist ist optimistisch: „Ich konnte in dieser Saison aufgrund des Trainingsplanes von Andrea Potratz ein gutes und gezieltes Training durchführen. In diesem Jahr habe ich alles auf den Sport ausgerichtet und jetzt bin ich natürlich gespannt, welche Resultate ich in den Rennen dieser Wintersaison erlaufen werde.“ Mitte Dezember wird Sophia Wessling noch an einem Nacht-Verticalrennen in Flumserberg in der Schweiz teilnehmen. Über einen Start bei der Deutschen Meisterschaft im Vertical, die kurz vor den Olympischen Jugendspielen stattfindet, entscheidet sie kurzfristig.